Shifu Heiko KlischMein erster Kontakt mit der Kampfkunst fand im Alter von 10 Jahren statt.
Damals lief die Serie Kung Fu mit Quai Chang Kaine im Fernsehen und ich war
fasziniert von der Tiefe des spirituellen Hintergrundes dieser Kampfkunst.
Nachdem ich einige Kampfsportarten ausprobiert hatte, begegnete ich meinem ersten
Meister Kai Uwe Pel.
Obschon er nur ein Jahr älter war, hatte er den Geist der Kampfkunst
verinnerlicht wie kaum ein anderer.
Dieses Feuer übergab er an uns Schüler, von denen fast alle aus dieser Zeit heute Lehrer sind und eigene Schulen haben.
Als Assistenztrainer unterrichtete ich selbstständig eigene Gruppen und flog nach meiner Meisterprüfung im Jahre 1987 das erste Mal zu meinem Großmeister Lee Kam Wing nach Hong Kong.
Nachdem ich meine Ausbildung im Bereich Seven Star Mantis abgeschlossen hatte, richtete sich 1988 mein Blick in die Volksrepublik China, und ich begann nach den Wurzeln des Tang Lang zu suchen.
Bei den Meistern Zhang Wan Fu und Zhang Ming Rong begann ich mit einer intensiven Ausbildung im Bereich Kung Fu- Waffen, Tai Chi und Mei Hua Tang Lang. In einer staatlichen Prüfung wurde mein Wissen um das Tang Lang geprüft und mein Status als Meister anerkannt.
Um das Verständnis für die Kampfkünste noch weiter zu vertiefen, begann
Sinologie.
Einige Jahre später wurde ich als erster ausländischer Nachfolger meines
Meisters Zhang Wan Fu bestimmt, der mir das Quan Pu und damit die schriftliche
Überlieferung des Stils übergab.
In meiner nun 30 jährigen aktiven Zeit als Kampfkünstler, Schüler, Meister und seit März 2006 als Großmeister, erlebte ich vieles im Bereich der Kampfkünste: Freude, Leid, Erfolge und Niederlagen.
Aber ein wichtiger Spruch begleitet mich mein ganzes Leben:
"Ein Meister der Kampfkünste ist wie kochendes Wasser, wenn er aufhört zu
trainieren, ist er einfach nur wieder Wasser.
Wer das Schwert äußerlich beherrscht, hat nichts weiter als Technik und brutale
Gewalt gelernt. Wer das Schwert im Innern beherrscht, schafft Klarheit in den
Gedanken und im Handeln.
Das ist der Geist der Kampfkunst.
Nicht das Streben nach Macht, Reichtum und Einfluss macht uns zu Meistern,
sondern das Erleben und Leben der einen lebendigen Tradition".

